Der BWK-Arena-Cup bringt an diesem Wochenende, 10. und 11. Januar, wieder namhafte U-15-Fußballmannschaften nach Ilshofen. Die Organisatoren Dario Caeiro und Jens Betsch freuen sich auf die 15. Auflage des Turniers.
Dario Caeiro und Jens Betsch bilden mit Sonia Rummler, Jonas Halder und Jan Ehrhardt die Direktion des BWK-Arena-Cups in Ilshofen. Vor der 15. Ausgabe des Turniers für namhafte U-15-Fußballmannschaften aus dem In- und Ausland sprechen sie über die Premiere von Ajax Amsterdam, entstandene Freundschaften und den Förderverein.
Herr Caeiro, Herr Betsch, der BWK-Arena-Cup findet 2026 schon zum 15. Mal statt. Worauf freuen Sie sich dieses Mal besonders?
Jens Betsch: Dass es endlich wieder losgeht! Die Vorbereitungen sind immer eine intensive Phase. Wenn wir im Januar die Arena zum Aufbau wieder in Beschlag nehmen dürfen, gibt das nochmals einen ordentlichen Push. Alle sind dann voll motiviert. Das ist auch das Besondere am BWK-Arena-Cup: pure Begeisterung. Immer mit dem Ziel das zu vermitteln, was uns auszeichnet: Gastfreundschaft und Bock auf Ehrenamt!
Dario Caeiro: Ich freue mich besonders auf den Start des Aufbaus ab dem 5. Januar in der Arena. Meine Kinder sind da hautnah dabei und haben die Arena gefühlt für sich. Meine große Tochter war letztes Jahr ziemlich geschockt, als dann am Samstag so viele Leute in „ihrer Arena“ waren (lacht). Zudem haben wir einen speziellen Gast eingeladen. Steve Long war 2011 Co-Trainer bei der U 15 von Bayer 04 Leverkusen und mit unserem guten Freund Jörg Bittner Trainer, unter anderem von Leroy Sané. Die beiden haben damals auch beim Abbau des Kunstrasens geholfen, inklusive Hexenschuss und Bandscheibenvorfall (lacht). Steve lebt mittlerweile in Milwaukee, wir sind immer noch im Austausch. Zum Jubiläum haben wir ihn eingeladen, und wir freuen uns unheimlich auf Steve und Jörg – zwei Herzensmenschen.
Mit Ajax Amsterdam ist erstmals ein viertes internationales Team dabei, neben Benfica Lissabon, Manchester City und Red Bull Salzburg. Soll das ein Dauerzustand bleiben?
Dario Caeiro: Wir sind sehr glücklich darüber, dass Ajax erstmals beim BWK-Arena-Cup dabei ist. Ein klangvoller Vereinsname aus einer wunderschönen Stadt mit netten Leuten. Hier habe ich eine tolle Beziehung, da mein Trauzeuge mit seiner Familie jahrelang dort in der Nähe gelebt hat. Der Dauerzustand hängt davon ab, ob wir weiterhin unsere Partner überzeugen, das Turnier in dem Umfang zu finanzieren. Ausländische Teams sind aufgrund der Unterbringung im Hotel, der Fahrtkosten mit Bahn und Bus, in diesem Fall mit Ajax und den Flügen, immer umfangreicher. Vor allem, wenn man beachtet, dass viele deutsche Teams komplett auf ihre Fahrtkosten für uns verzichten und bei Gastfamilien übernachten. Zudem ist es für mich hier als Hauptansprechpartner immer mit deutlich mehr Aufwand verbunden, da die deutschen Teams früher und verbindlicher zusagen. Sportlich gesehen hat es sich immer gelohnt, das ist auch ein wichtiger Faktor. Wir haben die Elite des deutschen U-15-Fußballs bei uns zu Gast, und die Startplätze sind begehrt. 2025 hatten wir zwei Teams unter den Top 6 und 2024 drei Teams aus dem Ausland. Das zeigt, dass wir richtige Entscheidungen getroffen haben und sinnvoll investiert haben.
Welchen Verein würden Sie gerne einmal nach Ilshofen lotsen?
Jens Betsch: Gerne würden wir Real Madrid oder den FC Barcelona in Ilshofen spielen sehen. Dass das nicht einfach ist, wissen wir. Mal sehen, was 2027 möglich ist.
Wie sehen Sie die Entwicklung des Cups über all die Jahre insgesamt?
Dario Caeiro: Wir gehören in dem Altersbereich zu den besten Hallenturnieren Europas. Das wird uns jedes Jahr aufs Neue von den Teilnehmern bescheinigt, die im Laufe des Jahres vieles sehen. Mehr Ausdruck zur Entwicklung gibt es nicht. Zudem haben wir eine unfassbare Treue bei den Firmen und Partnern. Über 80 Firmen sind 2026 wieder dabei und schaffen das Fundament, dass der Fußball in der Arena Hohenlohe rollen kann. Bei einem Etat von über 170.000 Euro ist das ohne die vielen Partner nicht umsetzbar. Ein großes Dankeschön an alle Firmen, auch in schwierigen Zeiten Geld für die Jugend und eine sehr gut besuchte Veranstaltung in der Region zu investieren.
Die meisten Spieler sind bei Gastfamilien untergebracht. Wie hat sich das in all den Jahren entwickelt?
Dario Caeiro: Hier sind wir Borussia Mönchengladbach bis heute sehr dankbar. Sie waren das erste Team, das mit dem Wunsch bei der ersten Auflage 2010 auf uns zukam. Aufgrund der extrem hohen Kosten, alle 150 Spieler und 60 Trainer in Hotels in der Region unterzubringen, wäre dies ohne die Gastfamilien sehr schwer finanzierbar. Die Gastfamilien sind daher ein ganz wichtiger Bestandteil des Turniers. Hier haben wir die letzten Jahre auch viele Verbesserungen angenommen und laden alle Familien nach dem Turnier zu einem Heimspiel der HAKRO Merlins Crailsheim ein. Ein dickes Dankeschön an meinen besten Freund Lukas Lienert (Geschäftsführer der Merlins), der dies bei der Anzahl an Karten mit seinem Team immer möglich macht. Zudem erhalten alle Familien erstmals von unserem weiteren Ausrüstungspartner Adidas ein Dankeschönpaket, und zudem gibt es Freikarten und Verzehrgutscheine für die Familienmitglieder für das Turnierwochenende. Das zeigt den hohen Stellenwert der Gastfamilien.
Veranstalter des Turniers ist der BWK-Arena-Cup Förderverein. Können Sie kurz erklären, was sich dahinter verbirgt?
Dario Caeiro: Nach der ersten Auflage 2010 hat sich der damalige Vorstand des TSV Ilshofen klar positioniert und wollte kein Risiko mit dieser Großveranstaltung eingehen. Daher war die Gründung des eigenen gemeinnützigen Fußball-Förderverein-Ilshofen unumgänglich und die richtige Entscheidung. Dieses Jahr haben wir ihn in den BWK-Arena-Cup Förderverein umbenannt, daher ist die Verbindung perfekt sichtbar. Mit dem zukünftigen Gewinn wollen wir zum Beispiel eine Olympiade im Sommer organisieren. Das Ziel ist es, dass alle Kinder in der Region in den ein bis zwei Wochen die Chance haben, viele Sportarten auf einmal zu testen und kennenzulernen. Hier werden wir auf viele Vereine und Einrichtungen zugehen und ihren Aufwand mit einer großzügigen Spende belohnen. Weitere Aktionen werden zum Beispiel Trikotsätze für Vereine sein – in Zusammenarbeit mit Adidas und Flyeralarm Sports.
Freuen Sie sich eigentlich etwas mit, wenn es ein Spieler, der in Ilshofen dabei war, später zum Profi schafft?
Jens Betsch: Klar sind wir stolz, wenn ein Spieler, der in der Arena Hohenlohe aufgelaufen ist, den Sprung zu den Profis schafft. Oft erinnern sich diese Spieler ja auch an den BWK-Arena-Cup. Dass ich mal neben Jonathan Tah gestanden bin, war mir zum Beispiel gar nicht mehr bewusst (lacht).
Wie sehr zehren Vorbereitung, Durchführung, Abbau und Nachbesprechung eigentlich an Ihnen?
Jens Betsch: Wie eingangs schon erwähnt, ist die Vorbereitungsphase ab Herbst bis Weihnachten immer sehr intensiv. Ohne den Rückhalt unserer Familien wäre das nicht möglich. Die Begeisterung unserer Kinder und das Leuchten in deren Augen sorgt aber auch in schwierigeren Phasen für die nötige Motivation. Dieses Jahr hat uns auf jeden Fall der Einstieg von Adidas und der Besuch im Headquarter in Herzogenaurach enormen Auftrieb gegeben. Diese Erfahrung ist einmalig bisher. Ich würde sagen, 80 Prozent sind Vorbereitung und 20 Prozent Durchführung, Abbau und Nachbesprechung. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete!
Dario Caeiro: Das Turnier ist das ganze Jahr mehr oder weniger präsent. Es gibt Spitzen – wie im Februar mit den Einladungen der Teams, oder dann im März/April mit den ersten Gesprächen mit den Partnern. Aufgrund meiner beruflichen Situation ist das Jahresende immer intensiv, da dann beide Bereiche eine Hochphase haben und der Tag witzigerweise trotzdem nur 24 Stunden hat. Meine Frau Silke und meine Kinder Noelia, Malou und Kaia stehen hinter mir und haben Spaß am Ehrenamt. Das ist die Basis – und wenn sie dann im Auto sitzen und das erste Plakat an der Straße sehen, wissen sie, warum der Papa wieder so spät ins Bett gekommen ist. Daher zehrt es nicht, denn der BWK-Arena-Cup gibt so viel zurück! Wir haben dank des Ehrenamts auch schon so viel erlebt, wie jetzt der Besuch bei Adidas oder die Besichtigung im März bei der Eintracht und dem DFB-Hauptquartier. 2024 waren wir bei Manchester City. Die Orgaausflüge sind legendär und ein fester Termin in jedem Jahr.
Warum sollten Zuschauerinnen und Zuschauer am 10. und 11. Januar unbedingt in die Arena Hohenlohe in Ilshofen kommen?
Jens Betsch: Um zu erleben, wie Gastfreundschaft und Bock auf Ehrenamt zu etwas Großem führen – wenn alle an einem Strang ziehen! Und natürlich um Hallenfußball vom Feinsten und die möglichen Stars von Morgen zu sehen.

